Luciana hatte Hannah die ganze Zeit ruhig beobachtet, mehr zugehört als eingegriffen. Dieses hastige Reden, das wippende Knie, das kurze Grinsen sie kannte das inzwischen gut genug, um zu wissen, wann etwas eigentlich größer war, als es klang. Als Hannah leiser wurde, änderte sich auch Lucianas Haltung. Sie lehnte sich ein Stück vor, die Unterarme locker auf dem Tisch, der Blick weich, aber aufmerksam. „Hey“, sagte sie sanft und wartete, bis Hannah sie ansah. „Das war gemein.“ Kein großes Drama in der Stimme, eher eine ruhige Feststellung. Wichtig genug, um ernst genommen zu werden. Luciana verzog den Mund leicht, fast ein schiefes Lächeln. „Absichtlich Becher umschmeißen ist halt auch keine Kleinigkeit.“ Kurz glitt ihr Blick zu Kellan, wie er das Essen verteilte, hörte sein Grummeln und das unausgesprochene Beschützen darin. Sie sagte nichts dazu, aber etwas Warmes zog sich in ihrer Brust zusammen. Dann sah sie wieder Hannah an. „Du musst dich dafür nicht rechtfertigen“, fügte sie hinzu, leise, fast beiläufig. „Wenn sich was blöd anfühlt, dann fühlt es sich blöd an. Punkt.“ Sie schob Hannah den Teller ein kleines Stück näher heran, eine kleine, unauffällige Geste. „Und manchmal hilft es schon, wenn jemand zuhört. Auch wenn’s durcheinander ist.“ In ihren Augen lag ein stilles Ich bin da, ohne es aussprechen zu müssen.
@Kellan Hughes