Avatar: Troye Sivan
Name: Tanner Cody
Alter: 21
Beruf: Student/ Stripper/ Barkeeper/ Kellner
Writing Informations[ ] 1.Person⠀⠀[ x] 3. Person⠀
[x ] GB⠀⠀[ x ] CHAT⠀⠀[x] HP ⠀[ x] NP
Online Verhaltenich bin jeden Tag online und zu erreichen
This is MeTanner war das vierte Kind. Als sein ältester Bruder geboren wurde, war die Welt noch in Ordnung. Der Vater, Bill, arbeitete als Schichtleiter in einer Fabrik, verdiente gut, und seine Eltern heirateten aus Liebe. Bald kam das zweite Kind, wieder ein Junge, und nicht einmal ein Jahr später ein Mädchen. Drei Kinder, ein kleines Haus am Stadtrand, ein Leben, das fast wie Glück aussah.Aber dann kam die Wende. Bill wurde krank, und als es ihm besser ging, hatte man ihn längst ersetzt. Die Kündigung kam wegen Nichtigkeiten. Anstatt sich aufzurappeln und einen neuen Job zu suchen, versumpfte er in seiner Stammkneipe. Er fing an zu trinken, war mehr unterwegs als zu Hause. Die Raten für das Haus konnte seine Frau nicht mehr stemmen.
Vom letzten Ersparten kauften sie einen Trailer in einer Siedlung am Rand der Stadt.Dort begann Bill, seine Frau zu schlagen. Die Streitereien wurden lauter, die Wände dünner. Irgendjemand zeigte sie beim Jugendamt an. Alle drei Kinder wurden ihnen weggenommen und kamen zu Pflegeeltern.
Da war Tanners Mutter bereits wieder schwanger.Sie arbeitete als Pflegehelferin in einem Altenheim, schaffte es bis kurz vor der Geburt, ihren Job auszuüben. Dann blieb sie eine Weile zu Hause und kümmerte sich um das Baby, den kleinen Tanner. Bill war immer noch arbeitslos, bekam kein Geld mehr vom Amt. Sie beantragten Unterstützung über TANF, um die Standmiete für den Trailer zu bezahlen. Über SNAP bekamen sie Lebensmittelhilfen. Klar, Bill jobbte ab und zu, aber das Geld war schneller weg, als es kam. Er war mittlerweile Alkoholiker geworden und trank mehr, als ihm gut tat.Tanners Mutter bekam zwölf Wochen unbezahlten Urlaub. Danach ging sie wieder arbeiten. Jetzt kümmerte sich Bill mehr oder weniger um den Kleinen, der ruhig war und viel schlief. Die Nachbarin sah täglich nach ihm, sorgte sich ein wenig. In der Trailersiedlung war Nachbarschaftshilfe noch groß geschrieben.Sie bekamen über Women, Infants, and Children (WIC) Lebensmittel für das Baby, Babynahrung.
Die medizinische Versorgung lief über Medicaid. Windeln bekamen sie über eine Diaper Bank, eine Windelbank, die kostenlos verteilte. Hygieneartikel gab es über Food Pantries und Community Centers. So langsam wussten sie, wo man was bekam. Dazu gab es mehrere Anlaufstellen mit sogenannten Blessing Boxes, kleine Schränke am Straßenrand, aus denen man nehmen und geben konnte, was man wollte. Manchmal lag darin ein Zettel: „Take what you need. Leave what you can.“
Tanner war der Junge, den man nicht retten wollte. Geboren in einem Wohnwagenpark irgendwo in Kansas, zwischen klappernden Fenstern, rostigen Fahrrädern und dem Geruch von verbranntem Fett. Seine Geschwister waren fort, seine Mutter müde, sein Vater betrunken. Nur ihn ließ man zurück. Vielleicht, weil er nie laut genug geweint hatte. Vielleicht, weil er zu still war, um aufzufallen.Er wuchs in einer Welt auf, die nie groß war, aber immer laut. Der Fernseher lief auch dann, wenn niemand hinsah. Die Nachbarn stritten durch dünne Wände, und draußen bellten Hunde, die niemand streichelte. Tanner lernte früh, wie man sich bewegt, ohne zu stören. Wie man tanzt, statt zu schreien. Wie man singt, wenn niemand zuhört.Mit 21 lebte er in einer WG in der Stadt. Die Mitbewohner wechselten wie Jahreszeiten, manche blieben eine Woche, manche eine Nacht.
Er jobbte als Kellner in einem Restaurant, spülte Teller, trug Tabletts, lächelte für Trinkgeld. Nebenbei studierte er etwas mit Menschen, Sozialarbeit, Tanzpädagogik. Er wusste, wie man zuhörte, auch wenn er selbst selten sprach.
Tanner war schlank, definiert, mit einer lässigen Eleganz. Er lief oft oben ohne durch die Straßen, nicht aus Eitelkeit, sondern aus Gewohnheit. Seine Stimme war rau und sexy, wie ein Lied, das man nachts hörte und morgens nicht vergaß. Sein Blick war heiß, direkt, aber nicht aggressiv, eher wie jemand, der dich sah, bevor du dich selbst siehst.Unter seinen zerschlissenen Jeans trug er Reizwäsche, Korsagen, Spitzenhöschen, BHs, die niemand siah. Nicht für andere. Für sich. Weil es ihn erinnerte, dass er schön sein durfte. Er flirtete mit Männern und Frauen, küssen, berühren, verschwinden. Nicht aus Bosheit, sondern aus Schutz. Denn wer bleibt, konnte verletzt werden.
Er war der, den man nicht retten wollte, aber der sich selbst wieder zusammengesetzt hatte. Er tanzte, weil er nicht schreien wollte. Er sang weil niemand zuhörte, wenn er sprach. Er flirtete, weil Nähe sich besser anfühlt, wenn sie nicht blieb.
Manchmal stand er nachts auf dem Dach, eine Zigarette in der einen Hand, die andere auf der Haut. Er sah in den Himmel und fragt sich, ob da oben jemand war, der ihn sah, nicht als Körper, nicht als Stimme, sondern als das, was er wirklich war: Ein Junge, der überlebt hatte. Und tanzte, damit man ihn nicht fragt, wie.